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Wieder rufen falsche Polizeibeamte an – Jetzt taucht Nummer der Polizeidirektion im Display auf

Wie dreist die Täter vorgehen zeigt ein Vorfall, der sich am Montagvormittag, 9. Oktober in Cölbe ereignete. Dort lief gegen 11.40 Uhr bei einem Mann ein Anruf mit der Telefonnummer 06421- 4060-1 auf. Der angezeigte Anschluss ist fast deckungsgleich mit der Nummer der Marburger Polizei, die 06421- 4060 lautet.

Der akzentfrei Deutsch sprechende Mann stellte sich als Kriminalbeamter aus Marburg vor, der sogar noch die Bezeichnung eines Fachkommissariats nannte und dann die bereits bestens bekannte Geschichte über festgenommene Einbrecher erzählte, bei denen sensible Daten des Angerufenen sichergestellt worden seien. Im Anschluss erfolgten Fragen über im Haus gelagertes Bargeld. Glücklicherweise klingelten bei dem ausgesuchten Opfer rechtzeitig die Alarmglocken, als der angebliche Fahnder nach den Kontodaten fragte. Er legte auf und alarmierte sofort die richtige Polizei.


Wichtig:

Die Polizei Hessen verfügt nicht über Telefonnummern, die sich aus der örtlichen Vorwahl und der 110 zusammensetzen! Und selbst wenn im Display die tatsächliche Telefonnummer der örtlichen Polizeistation erscheint, kann dies, wie hier geschildert, auch ein technischer Trick sein. Die Suche nach geeigneten Opfern  ist denkbar einfach. Eine Möglichkeit ist es, im Telefonbuch nach Namen zu suchen, die in den letzten Jahrzehnten nicht mehr sonderlich häufig gewählt wurden. Hierzu zählen beispielsweise Hildegard, Werner, Erna, Heinz oder Elfriede. Dies ist dann ein Anhaltspunkt zum Alter des ausgesuchten Telefonanschlussinhabers.

Auch auffällig kurze Telefonnummern sind meist ein Anzeichen dafür, dass es sich um "alte Nummern" handelt.

Wird heutzutage eine Telefonnummer vergeben, hat diese meistens mindestens fünf Zahlen oder mehr. Vierstellige Nummern lassen somit den Schluss zu, dass sie schon vor langer Zeit vergeben wurden und die Inhaber entsprechend älter sind.

Die Polizei Hessen nimmt den Bürgern niemals ihre Wertsachen ab, um damit eine Straftat zu verhindern!

Der Polizei  ist es aufgrund der aktuellen Geschehnisse ein Anliegen, erneut und ausführlich über die Masche der Betrüger zu informieren und Verhaltenstipps zu geben:

Unterschätzen Sie die technischen Möglichkeiten der Betrüger nicht! Heutzutage ist es ein Leichtes, falsche Telefonnummern im Display erscheinen zu lassen.

Das Phänomen ist unter dem Begriff „ Call ID Spoofing“ bekannt.

Geben Sie niemals persönliche Daten, Informationen oder Angaben zu Wertsachen an fremde Personen weiter, erst recht nicht am Telefon.

Drücken Sie nicht auf die Wahlwiederholung! Sie landen möglicherweise wieder bei dem Betrüger. Vergleichen Sie dann die erhaltende Telefonnummer mit der ihrer örtlichen Polizeistation. Rufen Sie bei der zuständigen Polizeistation an und fragen, ob der  geschilderte Sachverhalt dort tatsächlich bekannt ist.

Reden Sie mit Freunden und Familienmitgliedern über solche Maschen oder konkret über erhaltene Anrufe. Falls die Betrüger es geschafft haben, Sie zu verunsichern, fällt der Trick vielleicht einem Freund oder Familienmitglied auf, der Sie dann vor Schlimmeren bewahren kann. Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen.

Bedenken Sie die Bürokratie bei Behörden: In der Regel wird alles verschriftlicht. Ob es um Forderungen der angeblichen Staatsanwaltschaft, des Gerichts oder der Polizei geht: solche Dinge erfolgen auf dem postalischen Schriftweg. Nicht per E-Mail, nicht per Telefon und schon gar nicht per SMS.

Geben Sie niemals Wertsachen an Personen heraus, die Sie nicht persönlich kennen. Lassen Sie sich dabei nicht auf Äußerungen ein, dass die fremde Person der leitende Ermittler in einem Strafverfahren ist.

Weitere Tipps können über www.polizei.hessen.de (Prävention) oder www.polizei-beratung.de abgerufen werden.

Betroffene, die sich bisher noch nicht gemeldet haben, nehmen bitte Kontakt mit dem Fachkommissariat der Kriminalpolizei in Marburg, Tel. 06421- 4060, auf.

Jürgen Schlick

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